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PCOS bekommt einen neuen Namen

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Nach jahrzehntelanger Diskussion in der medizinischen Fachwelt hat eines der häufigsten hormonellen Krankheitsbilder bei Frauen im gebärfähigen Alter einen neuen Namen.

Aus dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wird das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS).

Die neue Bezeichnung wurde im Rahmen eines internationalen Konsensprozesses im Mai 2026 eingeführt. Sie soll die komplexe Natur der Erkrankung besser widerspiegeln und von einer Bezeichnung wegführen, die bei vielen Patientinnen zu Missverständnissen geführt hat.

Warum wurde der Name geändert?

Der ursprüngliche Begriff stammt aus den 1930er-Jahren und bezieht sich vor allem auf das Erscheinungsbild der Eierstöcke. Der Begriff „polyzystisch“ kann jedoch irreführend sein. Bei den Veränderungen an den Eierstöcken handelt es sich nicht um klassische Zysten, und nicht jede Frau mit PCOS weist dieses typische Erscheinungsbild der Eierstöcke auf.

Vor allem aber betrifft die Erkrankung weit mehr als nur die Eierstöcke.

PMOS umfasst verschiedene miteinander verbundene hormonelle und metabolische Prozesse. Die Erkrankung kann den Eisprung und den Menstruationszyklus, den Androgenspiegel, die Fruchtbarkeit sowie den Stoffwechsel und die langfristige Gesundheit beeinflussen.

Aus diesem Grund wurde seit vielen Jahren darüber diskutiert, ob der bisherige Name die Erkrankung tatsächlich angemessen beschreibt. An dem internationalen Konsensprozess waren medizinische Fachkräfte, Forschende, Patientinnen und Patienten sowie Organisationen aus dem Bereich der reproduktiven Gesundheit beteiligt.

Was bedeutet der neue Name?

Die neue Bezeichnung Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom soll die verschiedenen Bereiche hervorheben, die von der Erkrankung betroffen sein können.

„Polyendokrin“ verweist auf die Beteiligung verschiedener hormoneller Prozesse. „Metabolisch“ unterstreicht die Verbindung zwischen der Erkrankung und der Stoffwechselgesundheit. „Ovarial“ macht weiterhin deutlich, dass auch die Eierstöcke und die Fortpflanzungsfunktion betroffen sein können.

Frauen mit PMOS können unter anderem unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprüngen, Zyklusstörungen, erhöhten Androgenspiegeln oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden, leiden. Auch Stoffwechselveränderungen wie eine Insulinresistenz können auftreten.

Darüber hinaus ist die Erkrankung mit einem erhöhten Risiko für bestimmte langfristige gesundheitliche Probleme verbunden.

Die neue Bezeichnung soll deshalb dazu beitragen, PMOS nicht ausschließlich als Erkrankung der Eierstöcke zu betrachten, sondern als komplexes Zusammenspiel hormoneller, metabolischer und reproduktiver Faktoren.

Was bedeutet die Umbenennung für Frauen, bei denen bereits PCOS diagnostiziert wurde?

Die wichtigste Nachricht lautet: Die Erkrankung selbst hat sich nicht verändert.

Auch die bestehenden Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung bleiben bestehen. Geändert hat sich vor allem die Bezeichnung. Die aktualisierten internationalen Empfehlungen verwenden inzwischen den Begriff PMOS, berücksichtigen jedoch auch den bisherigen Begriff PCOS, da sich die neue Terminologie erst nach und nach etablieren wird.

Für einige Zeit werden daher wahrscheinlich beide Begriffe parallel verwendet werden.

Warum ist ein Name überhaupt wichtig?

Die Änderung eines medizinischen Begriffs mag zunächst wie eine Kleinigkeit erscheinen. Doch die verwendete Bezeichnung beeinflusst auch, wie Patientinnen und die Öffentlichkeit eine Erkrankung verstehen.

Der bisherige Begriff konnte den Eindruck vermitteln, dass PCOS in erster Linie eine Erkrankung der Eierstöcke sei oder dass sogenannte „Zysten“ für die Diagnose entscheidend seien. Die neue Bezeichnung soll deutlicher machen, dass es sich um eine komplexe Erkrankung handelt, die verschiedene Bereiche der Gesundheit betreffen kann.

Sie steht damit auch für einen umfassenderen Ansatz in der Reproduktionsmedizin: Statt einzelne Symptome isoliert zu betrachten, werden die Zusammenhänge zwischen reproduktiver, hormoneller und metabolischer Gesundheit stärker berücksichtigt.

Was bedeutet PMOS für die Fruchtbarkeit?

PMOS kann den Eisprung beeinflussen und gehört deshalb zu den möglichen Ursachen für Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Eine Diagnose bedeutet jedoch keineswegs, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist.

Je nach individueller Situation können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen des Lebensstils, Medikamente zur Unterstützung des Eisprungs oder Verfahren der assistierten Reproduktion wie IVF.

Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte medizinische Betreuung können Frauen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen über ihre reproduktive Gesundheit und ihren Kinderwunsch zu treffen.

Ein neuer Name für ein besseres Verständnis

Die Umbenennung von PCOS zu PMOS ist mehr als eine sprachliche Anpassung. Sie spiegelt die zunehmende Erkenntnis wider, dass es sich um eine komplexe Erkrankung handelt, die reproduktive, hormonelle und metabolische Aspekte miteinander verbindet.

Für Patientinnen bleibt die wichtigste Botschaft jedoch unverändert: Eine Diagnose definiert nicht die persönliche Fruchtbarkeitsreise und bedeutet nicht das Ende des Kinderwunsches.

Der neue Name soll vor allem dabei helfen, die Erkrankung genauer zu beschreiben und ein umfassenderes Verständnis für die Gesundheit von Frauen zu schaffen.

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